Donnerstag, 12.07.2007

Oban und ein bisschen Umgebung. Highlights des Tages Bonawe Iron Furnace und gaaanz viel Gemütlichkeit.

Nach der anstrengenden Fahrt vom Vortag wollte ich es heute ein wenig ruhiger angehen lassen. Was ich auf Schottlands Straßen neben allen Ungewohntheiten auch als sehr anstrengend empfand war die Tatsache, dass diese Straßen gleich nach der Fahrbahnmarkierung, so denn eine solche überhaupt vorhanden ist, einbrechen. Das macht diese Straßen sehr schmal. Und wenn dann noch Lastwagen oder Busse entgegenkommen, und das tun sie erstaunlich oft, dann meistens mit einem Reifen auf dem Mittelstreifen.

Zunächst stiefelte ich etwas ziellos durch die Straßen, machte McCaigs Warehouse unsicher, bis ich schließlich am Auto anlangte. "Na gut," dachte ich mir, "es gibt ein paar Dinge, die ich gestern ausgelassen habe und die ich trotzdem gerne sehen würde." Also stieg ich kurzerhand ein und machte erst am Dunstaffnage Castle wieder halt. Ich parkte etwa 10 Gehminuten weit weg und hatte einen angenehmen Spaziergang. Während ich noch im Gemäuer hierhin und dorthin hüpfte, begann es zu regnen. Premiere. Den ganzen Montag war es sonnig gewesen, seither bedeckten Wolken mehr oder weniger stetig das Firmament. Irgendwie freute ich mich. Ich mag diese Stimmung, wenn alles so still wird bis auf ein sanftes Prasseln. Eigentlich war es ja noch nicht mal richtiger Regen, sondern eher sehr hohe Luftfeuchtigkeit.

Im Anschluss fuhr ich noch zur 'Bonawe Iron Furnace', einer ehemaligen Eisenschmelze im Zeitalter der Industialisierung. Um dahin zu kommen muss man durch Siedlungsgebiete, Bauernhöfe und über Feldwege fahren. Jedesmal, wenn Du meinst, der Weg ist zu Ende, geht es doch noch weiter. Den Parkplatz verunzierten zahlreiche, braune Fladen, deren Herkunft mir zunächst Rätsel aufgaben. Als ich nach meiner Besichtigungstour wieder zurückfuhr, standen drei stattliche Rinder uneingezäunt etwa einen Meter vom Wegesrand entfernt herum. Eine der beiden Kühe links von mir grinste mich friedlich mampfend an. Das hätte ein sehr schönes Portrait-Foto ergeben, wenn ich nur schnell genug an den Fotoapparat gekommen wäre.

Als ich kurz nach Mittag wieder nach Oban zurückkehrte, war die Luft wieder trocken, die Straße und das meiste andere auch. In meiner Verlegenheit bin ich noch ins Museum. Freier Eintritt, mal was anderes. Sonst wird man für Eintrittsgelder nämlich ein echtes Vermögen los. 7 £, also weit über 10 €, sind üblich. Danach bin ich noch an der Küstenstraße nordwärts gelaufen. Es gibt einen Punkt, ab dem muss man auf der Straße wandern. Zum Glück fahren da nicht besonders viele. Es geht dort nur zum Badestrand und den interessierte bei zwar trockenen, aber dennoch windig-kühlen Bedingungen kaum jemanden. Wenn man weit genug geht, kann man irgendwann auf den Klippen herumkraxeln, das macht auch viel Spaß. Alles in allem war dieser Tag sehr gemütlich, ruhig und erholsam.

Zu den Fotos von Dunstaffnage Castle.Zu den Fotos der Bonawe Iron Furnace.